8) Frakturen (Brüche) im Schulterbereich
Zu einer Glenoidfraktur, einem Bruch der Schulterpfanne, kann es kommen, wenn die Schulter nach vorne luxiert und gleichzeitig eine Stauchung eintritt. Im Grunde handelt es sich um eine knöcherne Schulterluxation, die etwa zehnmal seltener vorkommt als eine gewöhnliche Luxation. Eine Operation ist angezeigt, wenn ca. 30 Prozent oder mehr der Gelenkfläche abgebrochen sind. Entscheidend ist die Lage des Fragments; um diese zu bestimmen, wird ein Aufnahme per Dünnschicht-Computertomographie angefertigt.
Alle anderen Knochenbrüche der Schulter betreffen den Oberarmkopf. Hier kann es zu Brüchen mit einem bis vier Fragmenten kommen sowie zu einem Sub-Kapital-Bruch, also dem Abbrechen des gesamten Oberarmkopfes. Letzteres ist vor allem bei älteren Menschen zu beobachten, bei denen der Kopf selbst ganz bleibt, der Oberarmknochen aber unmittelbar darunter abbricht. Hier führt die konservative Behandlung meist zu guter Heilung, vorausgesetzt die Fragmente sind geeignet positioniert. Andernfalls sind eine Operation und die Fixierung mit winkelstabilen Platten angezeigt.
Der Oberarmkopf wird von zwei Knochenvorsprüngen flankiert, dem Tuberculum majus und dem Tuberculum minus. Am Tuberculum majus ist die Rotatorenmanschette befestigt, und an dieser Befestigungsstelle kann das Tuberculum majus brechen. Solche Brüche sind meist durch Stürze bedingt, beispielsweise beim Skifahren auf harter Piste. Dann rutscht das abgebrochene Fragment nach oben und verursacht zwei Probleme: Die Rotatorenmanschette verliert an Spannung, die Schulter verliert an Kraft. Zugleich wird es unter dem Schulterdach zu eng – es kommt zu einem Impingement. Deshalb muss das abgebrochene Stück Knochen mit der daran befestigten Rotatorenmanschette wieder am ursprünglichen Ort fixiert werden. Falls das Fragment sich nur wenig verschoben hat, kann die Behandlung konservativ, also mit einer Armschlinge erfolgen. Andernfalls kommen bei einer Operation winkelstabile Platten oder Schrauben zum Einsatz.
Brüche im Schulterbereich sind oft mit Komplikationen verbunden, die Rehabilitationszeit liegt bei zumindest drei Monaten. Brüche des Schulterdachs sind sehr selten, die des Schlüsselbeins (Clavikula) häufiger.
Texte, Fotos, Video & Copyright: MVZ am Nordbad, München 2011
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Acht Ursachen für Schulterprobleme
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